Kommt dir diese Situation bekannt vor? Deine Folgen werden regelmäßig gehört, deine Downloadzahlen entwickeln sich ordentlich und trotzdem bleibt es nach der Veröffentlichung erstaunlich ruhig. Kaum Nachrichten, wenige Kommentare, selten Feedback.
Womöglich wünschst du dir mehr Engagement von deinen Hörern. Schließlich hat eine aktive Community handfeste Vorteile: Wer eine engagierte Hörerschaft hat, bekommt Themenvorschläge, wird weiterempfohlen und kann oft auf eine treue Gruppe von Menschen zählen, die über Jahre dabei bleibt.
Podcast-Community stärken: Hörerbindung beginnt in deinem Podcast
Menschen hören Podcasts in den verschiedensten Situationen, sei es beim Kochen, Spazieren gehen oder Auto fahren. Manche begleiten sie über Monate, andere über Jahre. Dadurch entsteht etwas, was für den Aufbau einer Community enorm wichtig ist: Vertrautheit. Denn wer einen Podcast regelmäßig hört, verbringt viel Zeit mit den Hosts. Deshalb interagieren Hörer eher mit einem Podcast, wenn sie die Menschen hinter dem Mikrofon mögen oder das Gefühl haben, dass dort jemand über Dinge spricht, die sie selbst beschäftigen.
Eine aktuelle Podcast-Studie von Podstars und Appinio zeigt, dass Austausch vielen Hörern wichtig ist. Die Hälfte der Befragten verbindet eine gute Podcast-Community mit Diskussionen über die Inhalte des Podcasts. Fast ebenso viele wünschen sich den direkten Kontakt zu den Hosts.
Wenn du eine Community aufbauen möchtest, solltest du also zuerst deinen Podcast betrachten: Gibt es wiederkehrende Elemente, auf die sich deine Hörer freuen können? Vielleicht eine Rubrik, die am Ende jeder Folge auftaucht oder einen Insider, den nur deine Hörer verstehen?
Besonders wichtig ist es auch, deine eigene Zielgruppe zu kennen. Frag dich: Was beschäftigt deine Hörer gerade? Welche Themen lösen bei ihnen besonders viele Reaktionen aus? Und wie kannst du sie dazu einladen, ihre Erfahrungen oder Meinungen zu teilen?
Call-To-Action: Spreche deine Hörer direkt an
Wer sich mehr Austausch wünscht, sollte seinem Publikum also erstmal die Möglichkeit geben, sich einzubringen. Das funktioniert am besten mit konkreten Fragen. Eine Aussage wie: “Schreibt uns gerne eure Meinung.” wirkt oft wie eine leere Floskel, weil niemand so genau weiß, auf was er antworten soll. Eine konkrete Frage hingegen gibt Menschen eher einen Anlass zu antworten.
Ein Nachrichten-Podcast könnte seine Hörer zum Beispiel fragen, wie sie das behandelte Thema beurteilen. Ein Geschichtspodcast könnte um Themenvorschläge bitten. Freizeit- oder Comedy-Podcasts könnten sogar eine eigene Kategorie einführen, in der User-Stories oder Kommentare aufgegriffen werden.
Wichtig ist nur, dass deine Community merkt, dass du konstruktive Kommentare nicht einfach ignorierst, sondern wirklich auf sie eingehst. So kannst du leicht deine Hörerbindung stärken und wirkst automatisch nahbarer. Sobald sich deine Hörer wertgeschätzt fühlen, haben sie auch gleich mehr Lust mit dir und deinem Podcast zu interagieren.
Eine Möglichkeit dich mit deinen Hörern zu vernetzen, sind die Podcast-Communities auf podcast.de. Hier kannst du ganz einfach einen gemeinsamen Chat mit deinen Hörern eröffnen und dich mit ihnen austauschen.
Kurz gesagt: Kenne deine Zielgruppe, sprich deine Hörer direkt an und gehe auf ihre Anregungen ein. So legst du schon mal den Grundbaustein für eine rege Beteiligung deiner Community.
Social Media für Podcaster: Nutze soziale Medien zur Engagement-Steigerung
Viele Podcaster nutzen Social Media vor allem, um auf neue Folgen aufmerksam zu machen. Die Episode geht online und der Link mit einem kurzen Ausschnitt des Folge wird gepostet. Das kann hilfreich sein, um auf deinen Podcast aufmerksam zu machen. Schließlich sind soziale Medien nach persönlichen Empfehlungen auf Platz zwei, wenn es darum geht, wie Menschen neue Podcasts entdecken.
Interessant sind vor allem Inhalte, die auch ohne die komplette Episode funktionieren. Das kann ein Gedanke aus einer Folge sein, eine überraschende Erkenntnis oder eine Frage, die zum Mitdiskutieren einlädt. So gibst du potenziellen Hörern gleichzeitig einen Eindruck davon, worüber in deinem Podcast überhaupt gesprochen wird.
Gleichzeitig lohnt es sich Social Media nicht nur als Werbekanal für deinen Podcast zu sehen, sondern auch als einen Ort für Gespräche und Austausch. Vielleicht bleibt nach einer Episode eine Frage offen. Vielleicht gibt es unterschiedliche Meinungen zu einem Thema oder vielleicht möchtest du wissen, welche Erfahrungen deine Hörer gemacht haben. Genau solche Anknüpfungspunkte eignen sich, um den Austausch fortzusetzen und deine Hörer einzubinden.
So könnte Instagram als ein Ort für Austausch aussehen: Der Podcast Mordlust spricht seine Hörer direkt an und stellt eine konkrete Frage, welche thematisch zu der letzten Episode passt. Gleichzeitig regt sie zum Diskutieren an und bieten Platz sich auszutauschen.
Regelmäßige Call-To-Actions sind besonders wichtig, um das Engagement deiner Community zu steigern. Fordere deine Hörer direkt auf, aktiv zu werden und mit deinem Podcast zu interagieren. Stelle konkrete Fragen, mache tägliche Umfragen, starte vielleicht auch einen Live-Stream oder filme ein Behind-The-Scenes der Podcast-Aufnahme – so haben deine Hörer auch wirklich das Gefühl, dass sie ein Teil deines Podcasts sind.
Wenn du einen Videopodcast hast, kannst du die Aufnahmen auch gleich für mehrere Social-Media-Posts nutzen, da Videopodcasts regelrechte Content-Maschinen sind. So kannst du auch herausfinden, wofür sich deine Hörer interessieren und was sie besonders gerne sehen. Dabei musst du aber auch beachten, dass der gleiche Content nicht auf allen Plattformen funktionieren wird. Instagram, TikTok und Co. funktionieren durch Algorithmen, die bestimmen, welche Inhalte eine große Reichweite erzielen und welche nicht. Da sich die Anforderungen dafür aber stetig ändern, solltest du regelmäßig nachforschen und ausprobieren, welcher Content auf welcher Plattform am besten ankommt.
Von Live-Podcast bis Meet-Up: So schaffst du echte Nähe
Eine weitere Möglichkeit deine Community auszubauen – oder sie zu stärken, sind Live-Events. Damit sind nicht unbedingt große Podcast-Touren gemeint. Es reichen schon kleine, privatere Zusammenkünfte aus, damit aus einem virtuellen Austausch ein echter Austausch wird. Du könntest zum Beispiel Workshops oder Themenabende passend zu deinem Podcast organisieren. Ein Sport-Podcast könnte zu einem gemeinsamen Workout einladen, ein Bücher-Podcast zu einem Lesekreis. Menschen lernen dabei nicht nur dich als Host kennen, sondern auch andere Hörer, die sich für diesselben Themen interessieren.
Influencerin und Podcasterin Kim Viktoria Koch hat es mit ihrem $HZ wir müssen reden-Podcast besonders schlau gemacht: Sie veranstaltete in einem Einkaufszentrum ein Fan-Treffen, bei dem man gleichzeitig Beichten ablegen konnte. Mit etwas Glück landete man mit seiner Beichte dann in der nächsten Podcast-Episode.
Auch wenn nicht jeder ein Einkaufszentrum bespielen kann, gibt dieses Beispiel zumindest ein Gefühl dafür, was möglich ist. Dass das Interesse an solchen Treffen ausgesprochen hoch ist, zeigt auch die Podcast-Umfrage von Podstars. Über zwei Drittel der Befragten haben bereits an einem Community-Event teilgenommen oder könnten sich vorstellen, das künftig zu tun.
Eine Community lässt sich nicht erzwingen
Wenn du eine Community aufbauen möchtest, wirst du früher oder später über Plattformen und soziale Netzwerke nachdenken. Präsenz auf Social Media gehört zwar dazu, entscheidend ist aber etwas anderes: Menschen werden nicht Teil deiner Community, weil du oft auf Instagram postest. Mit vielen Views werden zwar eventuell mehr Menschen auf deinen Podcast aufmerksam, das bedeutet aber nicht, dass sie auch bleiben.
Menschen bleiben viel eher, wenn sie das Gefühl haben, dass ihre Gedanken willkommen sind. Weil sie sich in Themen wiederfinden und sich angesprochen fühlen. Deshalb beginnt Community auch nicht auf Social Media oder bei Live-Events – sondern sie beginnt in deinem Podcast. Wenn du deinen Hörern also die Möglichkeit gibst, sich einzubringen, du ihnen zuhörst und ihre Perspektiven ernst nimmst, ist der Grundbaustein schon gelegt. Und mit der Zeit entwickelt sich daraus eine Community, auf die du dich verlassen kannst.