Warum sind Faktenchecks beim Podcasting wichtig?
Podcasts gehören zu den persönlichsten Medienformaten. Viele Hörer*innen entwickeln über die Zeit oftmals Vertrauen zu den Hosts und nehmen ihre Aussagen häufig als glaubwürdig wahr, sollten davon nicht ausgenommen werden. Im Sprechfluss wirken Aussagen nämlich spontan und authentisch. Deshalb tragen Podcaster*innen eine ganz besondere Verantwortung für die Richtigkeit ihrer Inhalte.
Die Überprüfung von Aussagen vor der Veröffentlichung dient dazu, die Verbreitung falscher Informationen zu verhindern. Dies gilt für fast alle Themenbereiche, über die gesprochen wird. Im Folgenden eine Liste an besonders heiklen Themen, die ggf. sorgfältig vorbereitet werden sollten, wenn sie Gegenstand des Podcasts werden.
Besonders sensible Themenbereiche
Medizin
Politik
Social-Media-Trends
Juristische Themen
Künstliche Intelligenz
Kriminalität/True Crime
Gesellschaftliche Debatten (insbesondere emotional aufgeladene Themen)
Wissenschaft
Was sollte überprüft werden?
Wenn sich auf Zahlen, Statistiken, Studien oder Vergleichbares berufen wird, sollten für diese zumindest Belege vorliegen, auf die bei Rückfragen zurückgegriffen werden könnte. Bei Unsicherheit helfen auch externe Faktencheck-Webseiten, wie zum Beispiel von CORRECTIV (https://correctiv.org/faktencheck/).
Zahlen und Statistiken: Woher stammt die Zahl? Ist sie aktuell?
Studien: Was wurde tatsächlich untersucht und was lässt sich darauf ableiten?
Zitate: Wurde die Aussage wirklich so getroffen und stimmt sie?
Personen und Institutionen: Stimmen Namen, Funktionen und Vergleichbares?
Aktuelle Ereignisse: Sind die Informationen noch auf dem neuensten Stand?
KI-generierte Informationen: Lassen sich die Angaben über unabhängige Quellen bestätigen?
Fakten und Meinungen unterscheiden
Gerade in Gesprächspodcasts vermischen sich Fakten und persönliche Einschätzungen schnell. Ein Host darf natürlich eine Meinung äußern. Problematisch wird es erst, wenn eine Vermutung wie eine gesicherte Tatsache dargestellt wird.
Hier ist ein Beispiel, welcher den Unterschied verdeutlichen kann:
Fakt: „Laut der Studie wurden 1.500 Personen befragt.“
Einordnung: „Das könnte darauf hindeuten, dass …“
Meinung: „Ich persönlich finde …“
Einfacher Faktencheck für Podcaster*innen
Diese Checkliste enthält Empfehlungen für einen sorgfältigen Umgang mit Informationen im Podcast. Je nach Thema und Format müssen nicht alle Punkte gleichermaßen relevant sein. Sie können jedoch dabei helfen, Inhalte fundiert einzuordnen und die Qualität der eigenen Recherche zu stärken.
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Fehler in deiner Podcast-Episode richtigstellen
Fehler können immer passieren. Wichtig ist, wie damit umgegangen wird. Eine transparente Kommunikation kann dabei sehr hilfreich sein. Damit ist gemeint:
offen kommunizieren
Wissen/Notizen/Aussagen korrigieren und aktualisieren
ggf. in der nächsten Podcast-Episode ansprechen
ggf. Social-Media-Posts anpassen oder korrigieren
Merke: Langfristig stärkt Transparenz die Glaubwürdigkeit deines Podcasts. Fehler zu kommunizieren, beweist Stärke und Reflexion.
Podcasting soll Spaß machen
Bei all den Empfehlungen rund um Faktenchecks sollte eines nicht vergessen werden: Podcasting lebt oftmals von persönlichen Gesprächen und Spaß. Nicht jede beiläufige Aussage muss deshalb aufwendig recherchiert und mit mehreren Quellen belegt werden. Wie intensiv ein Faktencheck ausfällt, hängt immer vom Thema und vom eigenen Podcastformat ab.
Besonders bei sensiblen Themen oder konkreten Fakten lohnt es sich jedoch, genauer hinzuschauen. Ein Faktencheck soll dabei nicht die Leichtigkeit aus dem Podcast nehmen, sondern Sicherheit geben und dabei helfen, gut vorbereitet ins Gespräch zu gehen.
Hier erfährst du, warum auch ein Faktencheck als Hörer*in von Podcasts wichtig sein kann.