Wie mache ich gute Sprachaufnahmen zuhause?

Die folgende Essenz aus 1. Raumakustik und 2. Mikrofontechnik sollte Dir helfen, möglichst klare und trockene Aufnahmen zu machen.

1. Akustik


Position und Ausrichtung des Mikrofons im Raum
Fangen wir mal ganz außen an, und zwar mit dem Raum, in welchem Du aufnimmst. Dieser sollte möglichst "trocken" sein, das heißt wenig Nachhall erzeugen. Faktoren für wenig Hall sind vor allem

• schallschluckende Oberflächen und Objekte, zum Beispiel (Wand-)Teppiche, Polster, Schaumstoffe, Matratzen, Vorhänge, offene Garderobe/Kleiderstange - je dicker das Material, desto höher die Absorbtion von Echos und Hall (Reflexionen)

• Schall verstreuende Strukturen, wie zum Beispiel (Bücher-)Regale und alles, was keine große leere Fläche ist. Je üppiger die Einrichtung, desto mehr wird der Schall gebrochen (diffundiert). Gegenbeispiel: Sich gegenüberstehende leere Wände, zwischen denen der Schall hin- und hergeworfen wird (beim Einzug in leeren Räumen deutlich hörbar).

Ursachen für Raumhall sind vor allem kahle Wände, große Fenster und sonstige große und glatte Oberflächen. Vor allem wenn diese sich parallel gegenüber stehen, wir der Schall dazwischen hin- und hergeworfen.

Akustik-Basiswissen: Das Mikrofon sollte möglichst viel Stimme und wenig Raumhall aufnehmen
Experimentiere mit verschiedenen Positionierungen des Mikrofons in Deinem Raum und höre Dir die Ergebnisse mit Kopfhörern an. Türen zu besonders halligen Fluren und angrenzenden Räumen sollten während der Aufnahme geschlossen werden. Viele Podcaster richten sich eine möglichst "trockene Ecke" in ihrem Eigenheim ein und erzielen damit zufriedenstellende Ergebnisse.

2. Mikrofon


Dein Mikrofon hat mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit eine Nierencharakteristik, das heißt eine schallsensible (Vorder-)Seite und eine unempfindlichere (Rück-)Seite. Schau ansonsten nocheinmal aufs Datenblatt Deines Mikrofons.

Mikrofontyp
Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass dynamische Mikrofone für Sprachaufnahmen in Innenräumen eher geeignet sind, da sie weniger sensibel sind für feine Reflexionen des Raumhalls. Kondensatormikrofone nehmen mehr Details auf, und daher auch mehr Reflexionen. In entsprechend "trockenen" (also reflexionsarmen) Räumen können diese aber auch eingesetzt werden.

Ausrichtung
Für eine trockene Aufnahme ergibt es Sinn, wenn das Mikrofon mit der Seite, in die Du hineinsprichst, auf eine schallschluckende Oberfläche gerichtet ist. Das verhindert, dass zu viel Raumhall in die Mikrofonkapsel gelangt. Du kannst zum Beispiel dafür sorgen dass sich hinter Dir schwere Vorhänge, eine Garderobe oder eine andere Art von Absorber befindet. Achte auch darauf, dass Du direkt auf die Kapsel sprichst, und nicht ober- oder unterhalb oder seitlich daran vorbei. Das könnte dazu führen, dass die Stimme undeutlich wird.

Abstand
Je weiter Du vom Mikrofon entfernt stehst oder sitzt, desto größer ist der Anteil des Raumhalls im Verhältnis zur Sprache in der Aufnahme. Platziere das Mikrofon also möglichst nah. Bei Abständen von ca. 25cm oder weniger zwischen Mund und Mikro empfielht sich ein Popschutz, der starke Luftstöße beim Sprechen abfängt (bei Plosiven wie "p" oder "b"). Als Faustregel nimm eine Hand breit Abstand. Außerdem wird die Stimme in intimer Nähe zur Membran bassiger und klangliche Nuancen deutlicher. Diesen Nahbesprechungseffekt kannst Du dir vorstellen wie den Klang einer charismatischen amerikanischen Radio-Stimme.

Neigung
Ist das Mikrofon eher abwärts auf den Brustkorb gerichtet, wird die Stimme etwas dunkler. Von einer niedrigeren Position mit aufsteigender Neigung zur Nase hin wird der Klang heller, aber auch nasaler. Da jede Stimme unterschiedlich ist, probiere aus, was am besten zu Deiner Stimme passt.

Zubehör
Für besonders feinfühlige Kondensatormikrofone empfiehlt sich auch ein Mikrofon-Screen, also ein halbrunder Absorber hinter dem Mikrofon. Dieser "bremst" deine Stimme auf ihrem Weg zu all den reflektierenden Oberflächen im Raum und macht die Aufnahme dadurch wesentlich trockener.

Umgebung
Grundsätzlich gilt es eine ruhige Umgebung mit möglichst wenig Hintergrundgeräuschen zu bevorzugen – es sei denn, diese gehören zum Konzept Deines Podcasts. 

3. Haltung


Sprechen ist letztendlich ein körperlicher Vorgang, daher ist die Haltung maßgebend für Atmung und damit einhergehend Verständlichkeit und ein gutes Gefühl beim Sprechen. Entspannt aufrecht zu stehen oder zu sitzen, sowie den Brustkorb und Bauch nicht einzuengen vereinfacht das Sprechen. 

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